24.02.2011 // Pressemitteilung
MODERNSTE PUMPENTECHNOLOGIE FÜR WERTVOLLES ARCHIVGUT DES BUNDESARCHIVS
Berlin 24.02.2011 - Neue Technologien schützen historische Schätze: Die Uhthoff & Zarniko GmbH wurde vom Bundesarchiv mit der Reparatur und der Optimierung der Pumpentechnik für das Gefriertrocknungssystem in der Zweigstelle Lichterfelde beauftragt.
Wassereinbrüche in Bibliotheken sind der häufigste Grund für Schäden an Büchern, Dokumenten und graphischen Werken. Wird nicht umgehend gehandelt, erfolgt sehr schnell durch biochemische Prozesse der Verfall. Heute nutzt man die Erkenntnis, dass physikalisch-chemische Vorgänge bei abnehmenden Temperaturen reduziert oder gestoppt werden und unterbindet diese Prozesse durch Einfrieren der "wässrigen Ware". In einem zweiten Schritt erfolgt dann die Trocknung und Konservierung. Insbesondere das schonende Verfahren der Gefriertrocknung bietet eine ausgezeichnete Lösung zum Schutz vor Verfall der überaus empfindlichen Produkte und erleichtert die Restaurierungsarbeiten. Bekannt ist dieses Verfahren aus der Lebensmittelbranche: Kaffee wird zu löslichem Kaffee-Granulat (siehe unseren Newsletter 2008: "Instant – die schnelle Lösung in der Tasse").
Das beim Bundesarchiv zum Einsatz kommende Vakuum-Gefriertrocknungs-System der Firma Christ entzieht den gefrorenen graphischen Werken unter Vakuum die Feuchtigkeit und macht sich das Prinzip zu Nutze, dass Wasser auch im gefrorenen Zustand über einen ausreichend hohen Dampfdruck verfügt, um direkt in den gasförmigen Zustand über zu gehen. Das notwendige Vakuum erzeugen zwei ins System integrierte Vakuumpumpen.
Uhthoff & Zarniko sichert Restaurierung von historischen Quellen

Die Uhthoff & Zarniko GmbH reparierte jetzt die Drehschiebervakuumpumpen vom Typ ILMVAC und übernahm die Optimierung und Inbetriebnahme der Pumpen in der Zweigstelle des Bundesarchivs. Somit ist die einwandfreie Trocknung des Archivguts weiterhin auf höchstem Niveau gewährleistet. Denn schließlich geht es hier nicht um irgendwelche Unterlagen, sondern um Unterlagen, die deutsches Kulturgut sind. Das Bundesarchiv hat den gesetzlichen Auftrag, das Archivgut des Bundes auf Dauer zu sichern und nutzbar zu machen. Dazu zählen z. B. Akten und Dokumente, die bei zentralen Stellen des Heiligen Römischen Reiches (1495-1806), des Deutschen Bundes (1815-1866), des Deutschen Reiches (1867/71-1945), der Besatzungszonen (1945-1949), der Deutschen Demokratischen Republik (1949-1990) und der Bundesrepublik Deutschland (seit 1949) entstanden sind. Ungefähr 300 Akteneinheiten werden von den sechs Mitarbeitern pro Jahr in der Restaurierungs-Werkstatt überholt, konserviert und gefriergetrocknet.
Aktuell unterstützt das Bundesarchiv in Amtshilfe den Bundesrechnungshof und das Kölner Stadtarchiv bei der Sicherung von Akten, Dokumenten und Schriftstücken. Allein aus dem in 2009 eingestürzten Kölner Stadtarchiv (KStA) lagern 63 laufende Meter Unterlagen noch tiefgefroren in den Gefrierschränken in der Zweigstelle Lichterfelde.
Da sich möglicherweise unter den graphischen Werken auch so wertvolle Exemplare wie die Nobelpreisurkunde von Heinrich Böll oder Partituren und private Briefe von Jaques Offenbach befinden, wird unter Hochdruck getrocknet und die Mitarbeiter von Uhthoff & Zarniko unter der Leitung von Herrn Murcha sind stolz darauf, mit ausgereiftem Know-how dazu beizutragen, historische Quellen für die Zukunft zu erhalten.
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